Sensationeller Halbfinaleinzug nach 11 Jahren
Tosender Jubel und lange Gesänge der Lausitzer Fans hielt die Füchse nach dem Spiel lange auf der Eisfläche. "Oh wie ist das schön.." sangen die Fans und feierten ihre Helden für den Halbfinaleinzug. Auch Manager Ralf Hantschke hielt es nach dem Spiel nicht mehr hinter der Bande - überglücklich umarmte er den Matchwinner Kenny Roche. Nach 11 Jahren gelingt es den Profis aus Weisswasser wieder ins Halbfinale der 2. Bundesliga einzuziehen. Letztmalig gelang das 1998, als man im Halbfinale gegen den späteren Playoff-Sieger EHC Neuwied knapp unterlag. Nach dem heutigen Spiel sangen die Fans bereits vom Finale - mit diesem eingeschworenen Team ist alles möglich, auch wenn der Halbfinalgegner Bietigheim haushoher Favorit ist.
Das Spiel begann jedoch alles andere als glücklich für das Team von Trainer Popiesch. In einer hart umkämpften und sehr schnellen Anfangsphase bestimmten in den ersten Minuten die Hausherren das Spiel. Doch die cleveren Falken nutzten 2 Unkonzentriertheiten der Füchse
innerhalb von 80 Sekunden zur 2:0-Führung. Danach verloren die Füchse ihre Linie und Nervosität kam auf. Eine Chance zu einem weiteren Tor vergab zum Glück für die Hausherren Gäste-Kapitän Luigi Calce kurz nach dem 2. Heilbronner Tor. Das Überzahltor von Sven Valenti in der 14. Minute sorgte wieder für mehr Ruhe in den Reihen der Lausitzer. Das Spiel wurde wieder konzentrierter und die Chancen nahmen zu.
Im Mitteldrittel spielten die Füchse zwingender. Schnelle Angriffe und gute Einzelleistungen von Roche und Mizzi brachten allerdings anfangs noch nicht den erhofften Torerfolg. Doch in der 28. Spielminute konnte Thomas Götz den vielumjubelten Ausgleich erzielen. Er nahm einen vom jungen Gästetorhüter nach vorn abgeprallten Puck auf und versenkte ihn eiskalt. Die über 2600 Füchse-Fans waren aus dem Häuschen und schrien die Mannschaft weiter nach vorn. Doch danach folgte eine schwierige Phase für die Hausherren, als Gosdeck und Bartlick fast gleichzeitig auf die Strafbank mussten. Die 5 - 3 Überzahl brachte den Falken keinen Torerfolg, denn die Füchse kämpften bravourös und die Fans waren wie ein 4. Mann auf dem Eis. Ryan MacDonald war stets zur Stelle und verhinderte mit seinen Paraden die erneute Falken-Führung. Kaum waren die Füchse wieder komplett, schnürten sie die Heilbronner wieder ein und kamen 3 Minuten später durch Ervin Masek zur eigenen 3:2-Führung. Dabei spielte er seine ganze Erfahrung aus und traf aus spitzem Winkel über den am Boden liegenden Gäste-Keeper. In der 37. Minute erwies Luigi Calce seiner Mannschaft keinen guten Dienst, als er Kevin Young an die Bande "nagelte" und dieser behandelt werden musste. Dafür erhielt er vom sehr souverän leitenden Hauptschiedsrichter eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Die daraus folgende 5-minütige Überzahl konnten die Lausitzer allerdings ebenfalls nicht nutzen.
Das Schlussdrittel wurde vor allem vom Kampf bestimmt. "Schön spielen" war nicht mehr angesagt. Beide Teams wollten die Entscheidung erzwingen und prüften die Torhüter mehrere Male. Lange sah es so aus, als ob die Füchse den knappen Vorsprung bis zur Schlusssirene halten konnten. Doch ein Abstimmungsfehler mit seinen Vorderleuten brachte Ryan MacDonald in eine missliche Lage. Sein Versuch, den Puck hinter dem Tor weiterzuspielen, landete beim Gegner. Das war der glückliche Ausgleich für die Gäste. Bis zum Ende der regulären Spielzeit traf niemand mehr. Die Verlängerung musste die Entscheidung bringen und die Fans konsumierten reihenweise "Herztropfen".
Die Overtime konnten die Füchse bei 4 gegen 4 Spielern mit zunehmender Spielzeit immer mehr dominieren. Einen zu kurz abgewehrten Puck hämmerte Kenny Roche in der 68.Minute aus etwa 5 Metern Entfernung ins Falken-Tor. Danach lagen sich alle Lausitzer Spieler in den Armen und von den Rängen kam nur noch Jubel.
(Quelle: Barthel/Lückerath - www.eissport-weisswasser.de - 29.03.2009)